Regenbogenflagge vor dem Rodenbacher Rathaus mit dem Aufruf „Keine Toleranz für Intoleranz – für ein Rodenbach, das weltoffen bleibt“.

Im Gedenken an die Opfer des CSD-Attentats: Keine Toleranz für Intoleranz. Für ein Rodenbach, das weltoffen bleibt. Bild: Bündnis 90/Die Grünen, Ortsverband Rodenbach

Nach dem CSD-Anschlag: Gemeinsam gegen Hass – für ein offenes Rodenbach

Eine Mutter reist mit ihrer Tochter nach Berlin. Beide möchten ein fröhliches Wochenende verbringen und das Leben genießen. Auch ein Besuch des Christopher Street Days steht auf dem Programm. Der Ausflug endet tödlich.

Die Mutter wird Opfer eines islamistisch motivierten Anschlags. 31 weitere Menschen werden verletzt. Der Angriff trifft eine Veranstaltung, die wie kaum eine andere für Freiheit, Offenheit und ein selbstbestimmtes Leben steht.

Der Berliner Tiergarten – weit weg von uns? Nein!

Wir fühlen mit der Familie der getöteten Frau, den Verletzten und allen Betroffenen. Die Tat ist die grausame Folge einer Ideologie, die queeren Menschen das Recht abspricht, selbstbestimmt und (angst-)frei zu leben. Auch rechte Hetzer reagieren mit Häme und Spott. Zwei verfeindete Lager zeigen eine bizarre Einigkeit in ihrer Verachtung für unsere offene Gesellschaft.

Hass und Hetze gewinnen Raum, wenn ihnen nicht entschieden begegnet wird, …

… wenn homophobe Äußerungen unkommentiert stehen bleiben,
… wenn geschmacklosen Kommentaren nicht widersprochen wird,
… wenn menschenverachtende Sprache auf Schweigen trifft.

Das gilt in Berlin. Das gilt hier in Rodenbach.

„Keine Toleranz für Intoleranz“

Unter dieser Überschrift berichtete die Gelnhäuser Neue Zeitung über den ersten Christopher Street Day in Schlüchtrn am 1. August. Sie bezieht sich damit auf das „Paradox der Toleranz“ von Karl Popper. Der Philosoph stammte aus einer Familie mit jüdischen Wurzeln; 16 seiner Familienangehörigen wurden im Holocaust ermordet.

Sein Gedanke ist heute hochaktuell: Wer eine offene Gesellschaft bewahren will, kann gegenüber Intoleranz nicht grenzenlos tolerant sein. Denn wer Intoleranz und Hass hinnimmt, stärkt ausgerechnet die Feinde der Toleranz.

Intoleranz muss widersprochen werden – auch in Rodenbach. Damit queere Menschen, damit alle Menschen hier gut und ohne Angst leben können.

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